Was dein Nervensystem mit Blackouts, Stress und innerer Abschaltung zu hat.
Du startest gut. Du bist im Fluss. Doch plötzlich – ein Blick, eine Frage, eine Geste –und etwas kippt.
Du spürst, wie du kämpfen willst. Oder fliehen. Oder einfach nichts mehr geht. Ein shutdown.
Was ist da passiert?
Es liegt nicht an dir. Es liegt an deinem Nervensystem. Du denkst vielleicht: „Ich hab’s nicht drauf.“ Oder: „Ich schaffe das einfach nicht.“ Vielleicht hoffst du, dass es mit der Zeit besser wird. Aber was, wenn du gar nicht versagt hast? Was, wenn es dein autonomes Nervensystem war, das reagiert hat? Schnell. Automatisch. Ohne dein Zutun.
Dein Nervensystem entscheidet, bevor du denkst.
Das autonome Nervensystem – wie der Name sagt – arbeitet selbstständig. Es bewertet ständig: Bin ich hier sicher? Oder nicht? Diese Bewertung läuft unbewusst ab. Manchmal reicht ein Gesichtsausdruck. Oder ein Tonfall. Oder eine Geste. Etwas, das dein System an frühere Erfahrungen erinnert. Du merkst davon erst etwas, wenn dein Körper umschaltet. Wenn du nicht mehr klar denken kannst. Wenn du dich wie gelähmt fühlst.
Schutz statt Leistung – das Prinzip der Polyvagal-Theorie
Dr. Stephen Porges beschreibt das in der Polyvagal-Theorie. Er nennt es die Leistungshierarchie unseres Nervensystems.
Ganz oben steht Verbindung und Kommunikation.
Darunter Kampf oder Flucht.
Ganz unten: Erstarrung.
Wenn dein System Unsicherheit spürt, fällt es eine Entscheidung. Nicht logisch, sondern reflexartig. Zum Schutz. Nicht gegen dich. Sondern für dich. Es weiß nicht, dass du gerade performen willst. Es will nur eines: Sicherheit. Gedanken reichen nicht. Der Körper reagiert schneller. Du kannst dich gedanklich noch so gut vorbereiten. Aber wenn dein Nervensystem umschaltet, reichen Gedanken nicht mehr.
Dann hilft nur eines: Regulation.
Was hilft in solchen Momenten? Nicht erst mittendrin beginnen. Sondern vorher üben.
Beispiele: Spüre den Atem immer mal wieder am Tag. Lass ihn tiefer werden. Zieh die Schultern bewusst nach unten. Sprich einen Satz laut aus. Richte deinen Blick weich in die Weite. Mach eine kleine Pause, bevor du beginnst. Erinnere dich: dein Körper will dich schützen.
Und vor allem: Versteh dein Nervensystem. Denn nur was du verstehst, kannst du beeinflussen.
Nervensystem regulieren heißt: neue Wege lernen
Wenn du dich vorher damit beschäftigst, kannst du in entscheidenden Momenten stabiler bleiben. Nicht perfekt. Nicht kontrolliert. Aber verbunden mit dir. Regulation beginnt nicht im Kopf. Sie beginnt im Körper. Und sie braucht Zeit. Und Übung.
Du bist nicht zu empfindlich. Du bist feinfühlig.
Vielleicht bist du für diesen Weg gemacht. Du hast es nur nie gelernt. Noch nicht. Aber du kannst es lernen. Mit Körperbewusstsein. Mit Atem. Mit Klarheit. Mit Präsenz.
Möchtest du lernen, dein Nervensystem besser zu verstehen?
In meinen 1:1-Sessions und Retreats begleite ich Menschen auf ihrem Weg zu mehr innerer Stabilität.